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Lasst Munzur Festival und Dersim in FriedenAvrupa Desim Dernekleri Presseerklärung Lasst Munzur Festsival und Dersim in Frieden. Die inständige Gewalt und Spannung in Dersim (Tunceli ) in der Türkei beschleunigt den Prozess der entgültigen Vernichtung der Lebensgrundlagen der Region Dersim. Nach Informationen der türkischen Presse vom 19 Juli 2005 ist die
Einwohnerzahl von Dersim in den letzten fünf Jahren um 15,4 %, vom 93. 584
auf 79.176 zurückgegangen. Damit steht Dersim (Tunceli) in der Liste der
Städten mit dem prozentual höchsten Bevölkerungsverlust in letzten fünf
Jahren auf der Spitze und Dersim ist mittlere weile die Stadt mit der
niedrigsten Einwohnerzahl in der Türkei. Besonders die Verspitzung der militärischen Operationen und bewaffneten
Auseinandersetzungen in den letzten 2 Monaten lassen den Menschen und der
Natur in Dersim keinen Atem zu. Mit bewaffneten Auseinandersetzungen und
Todesnachrichten wurden in Dersim die elementaren Menschenrechte im Schatten
der Waffen und Gewalt aufgehoben. Zuletzt bei der Militäroperation zwischen
Hozat und Pülümür sind in den Orten Geyiksuyu und Karaoglan Wälder in Brand
gesetzt. Seit vier Tagen wird gegen die Waldbrände nichts unternommen und
auch nicht zugelassen, dass die zivile Personen oder Organisationen gegen
diese Brände etwas unternehmen. Nicht zu Vergessen ist, dass Munzur Festival gegen die Bau von Staudämmen ausgerufen wurde, um die Natur und Kultur von Dersim zu schützen und wieder zu beleben. Und das Festival wurde allmählich die Stimme der Dersimer, deren sozialen und kulturellen Erwartungen, die Stimme der Natur von Dersim. Mit bis zu 50 Tausend Besuchern in den letzten Jahren förderte das Festival die Wirtschaft von Dersim. Diese Stimme zu erwürgen bedeutet, dass man durch die Bau von Staudämmen an den Flüssen Munzur und Harçig nicht nur die Natur, sondern auch die gesamte Existenz und Zukunft von Dersim erwürgen will ( an beiden Flüssen und deren Zuflüssen sind 8 Staudämme in Bau oder in Planung, die Staudämme bedrohen das Leben, die Natur von Dersim und sie werden zum Teil im nationalen Naturschutzgebiet Munzurtal gebaut). Bei den bisherigen Munzur Festivals passierten keine solchen Vorkommnisse, die die „Sicherheit“ als Grund zum Verbot bestätigen würden. Dennoch wird das Festival dieses Jahr drei Tage vor Beginn durch die Entscheidung des Governeurs der Stadt mit der Begründung „ Sicherheit“ 6 Wochen verschoben. Wenn man bedenkt, dass etwa 200 Künstler, Musiker, Schriftsteller, Wissenschaftler und weitere Mitgestalter zu dem Festival eingeladen sind und die meisten Festivalbesucher außerhalb von Dersim, von Europa, Kanada bis Australien her kommen, bedeutet diese Verschiebung praktisch ein Verbot, was sicherlich beabsichtigt ist. Eine vergleichbare Neuorganisation des Festivals nach 45 Tagen ist nämlich weder mit den Darstellern möglich noch für die vielen Besucher aus dem Ausland. Wir lehnen jede Form der Ansicht ab, die die elementaren Menschenrechte
nicht achtet und Unterdrückung, Verbot, Drohung und Verschiebung als Mittel
zum Zweck nutzt, und wir verurteilen sie.
Dersim Kulturverein Mainz und Umgebung e.V. 27 Temmuz 2005
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